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              Berichte von Kiri & Rico 2005

 

Seit dem 10. September kommen sie nicht mehr nach Hause und treiben sich in einem kleinen Umkreis von ca 400 Metern im Dorf herum. Wenn sie mich sehen bzw. ich sie rufe, kommen sie dann auch zu mir herunter und tun so als ob nichts gewesen ist.

Ich bin auch schon mit Kiri ins Auto eingestiegen und mit ihr nach Hause gefahren, aber sobald ich mit ihr ins Haus gehen will fliegt sie wieder fort.

Hatte auch schon den Verdacht, dass sie brüten könnten (weil sie ab August Balzverhalten zeigten), aber dazu sind sie zu lange zu zweit unterwegs.

Der Hunger trieb sie jedenfalls nicht nach Hause, denn der Tisch ist für sie zu der Jahreszeit reich gedeckt. Bin stark am Überlegen sie einfach einzufangen und mit Stubenarrest zu belegen, aber das kommt mir wie ein Vertrauensbruch ihnen gegenüber vor. Man weiß ja nicht, ob sie mir das übel nehmen und dann Trotzreaktionen zeigen.

12.Oktober: habe gestern die Schlafplätze von Kiri & Rico ausfindig machen können. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass sie in 100m entfernten Bäumen getrennt schlafen. War schon so weit, sie zwangsweise mit nach Hause zu nehmen, doch Rico ist nicht zu mir gekommen. Heute sind beide zu mir gekommen, aber ich habe mich wieder nicht überwinden können sie bei dem schönen Wetter einzusperren.

17.Oktober: Sie treiben sich weiterhin in dem kleinen Umkreis von 400 Metern rum. Am frühen Morgen sind sie immer leicht durch ihr Gekreische auszumachen. Da fliegen sie auch zu zweit, doch im Laufe des Tages (da sind sie überwiegend ruhig) kann ich immer nur einen beobachten. Obwohl es absurd erscheint, ist meine einzige Erklärung nur, dass sie gebrütet haben. Warum sonst sind sie, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten, immer in dem kleinen Umkreis anzutreffen und kommen nicht am Abend nach Hause.

25.Oktober: In der Nacht vom 18. zum 19.war der erste Nachtfrost bis -3Grad C. An den folgenden 3Tagen waren Beide weder zu hören, noch zu sehen. Ich befürchtete schon das Schlimmste, weil sie auch von mehreren Anwohnern nicht gesehen wurden. Große Erleichterung, als ich sie am 22.am Morgen endlich wieder hörte und dann gesehen habe. Kiri ist kurz zu mir herunter gekommen, aber ich wollte noch auf Rico warten, um ihn als ersten einzufangen. Doch leider hat es mal wieder nicht geklappt. Leider war in den letzten Tagen das Wetter regnerisch, sodass ich mein Vorhaben immer wieder abbrechen mußte.

Bin jetzt so weit auch Kiri als erste einzufangen und dann zu hoffen, dass Rico allein zu mir kommt. Ich muß jedenfalls auch wegen der Vogelgrippe unbedingt zu einer schnellen Lösung kommen.

7.November: Heute sind Kiri und Rico endlich von allein nach Hause gekommen!!!!!

Eine Nachbarin hatte bei mir geklingelt, um mir Bescheid zu sagen, da erblickte ich auf dem Weg zur Tür Kiri in der Fensterbank. Kiri ist sofort auf meine Hand gekommen und im gleichen Augenblick kam Rico auf meinen Kopf geflogen. Meine Freude war riesig und bin sofort mit Beiden ins Haus gegangen. Dort wurden sie erst mal mit Nüssen verwöhnt und ausgiebig mit ihnen geschmust.

Allerdings gibt es wegen der Vogelgrippe nun vorläufig keine Ausflüge mehr und ich hoffe, sie nehmen es mir nicht zu sehr übel.

13.November: Kiri und Rico haben sich sehr schnell wieder an ihr altes Heim gewöhnt und ihre Forderungen nach Freiflug halten sich in Grenzen. Liebe alte Gewohnheiten sind nicht vergessen. So sitzt Kiri wieder, wenn ich früh aufwache bereits bei mir auf der Schulter und wartet darauf, daß das gemeinsame Frühstück losgeht. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann hat sie noch nicht der Hunger, sondern sicherlich die Kälte wieder in den Schoß der Familie zurück getrieben.

Heh was ist denn mit dem Alten los?

Hat der vergessen uns raus zu lassen?

Na da draußen ist alles normal,aber er hat was von Vogelgrippe gefaselt!

30.November: Nichts ist verlernt, Kiri hat wieder ihren alten Schlafplatz auf der Dusche eingenommen. Morgen's wird wieder die Rutschpartie vollzogen, wenn Herrchen ins Bad kommt!

5.Dezember: Hurraaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Sie fliegen wieder!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Hab mich inzwischen belehren lassen, daß die Geflügelpest-Schutzverordnung für meine Vögel nicht zutreffend ist. Darüber hinaus wollte ich das zur Zeit milde Wetter ausnutzen, um Kiri & Rico wieder an den Freiflug und die veränderten Witterungsbedingungen zu gewöhnen. Ein längerer ständiger Aufenthalt in der warmen Wohnung hätte dazu geführt, sie den gesamten Winter über drinnen zu behalten.

Also ging es heute Morgen raus ins Freie und mit lautem Geschrei zogen sie davon. Zu meiner großen Überraschung klopfte es bereits nach 4 Stunden am Fenster und Kiri wollte wieder rein kommen. Rico trällerte im Baum und kam auch gleich herunter geflogen.

Der Ausflug hat ihnen ganz sicher körperlich gut getan, denn entgegen der Angewohnheit in der letzten Zeit noch bis nach 22 Uhr Unfug zu treiben, haben sie sich heute mit Einbruch der Dunkelheit zum Schlafen zurückgezogen.

     Gestern so..........           Heute so........   da staunt auch der Hund!

9.Dezember: Gestern gab es einen Tag Stubenarrest, weil sie am Vortag nicht nach Hause gekommen sind! Es hat allerdings höchstwahrscheinlich am Wetter gelegen, denn es war den ganzen Tag trüb und wenn keine Sonne scheint haben sie wohl Schwierigkeiten mit dem Zeitgefühl. Jedenfalls hat Kiri gleich früh um 8 Uhr, als es hell wurde, am Fenster geklopft. Da kann man den Süßen nun wirklich nicht böse sein und es gab selbstverständlich wieder Küsschen und Belohnung!

Versuchen sie es mal mit einem Papagei auf jedem Arm....und dann ohne zu verwackeln

     die Beiden auf's Bild zu bekommen.

Na dann probieren

 wir es heute mal

  bei der Ankunft!

Na ja.... Wieder nicht's,leider ist nur der Flügel darauf. Oder sollte ich....doch eine HP mit einer Schildkröte machen???????

18.Dezember: vor 5 Tagen sind sie wieder über Nacht nicht nach Hause gekommen. Es war, entgegen dem Wetterbericht, den ganzen Tag über trübes Wetter und da haben sie offensichtlich Schwierigkeiten mit der Zeiteinschätzung. Am nächsten Morgen waren sie pünktlich zum Frühstück wieder da. Durch das stürmische Wetter der letzten Tage hatte sich der Freiflug von selbst erledigt. Heute sollten sie ebenfalls den Tag drinnen verbringen, aber da haben sie mich dann doch überrumpelt.

Ich hatte mich gerade für den Spaziergang mit dem Hund angezogen, da kam Kiri im Sturzflug auf mich geflogen und hing wie eine Klette an mir. Rico begab sich auf seinen Platz, von dem ich ihn immer mitnehme, wenn ich sie heraus lasse. Beide stimmten dabei ein lautes Geschrei an, das unmißverständlich ihre Forderung zum Ausflug deutlich machte. Nun ja, Mensch ist schwach und Vogel weiß was er will! Bei frischem Wind um den Gefrierpunkt sind sie dann laut schreiend abgezogen. Da sie erst nach 4 Stunden zurück gekommen sind, muß es ihnen ja doch gefallen haben.

22.Dezember: es ist fast unglaublich aber wahr! Habe jetzt erfahren, was Kiri & Rico in der Zeit, als sie sich herumgetrieben haben,so angestellt haben.

Es ist für mich unbegreiflich, aber die Beiden haben in 2 Graupapageien ihre Artgenossen erkannt und ihre Nähe gesucht. Nach anfänglichen Besuchen, als die Graupapageien in ihrem Käfig auf der Terrasse standen, sind sie sogar so dreist geworden und sind bis ins Haus hinein geflogen. Die Grauen sind bei den ersten Besuchen noch in Panik ausgebrochen, haben sich aber dann an die Grünen langsam gewöhnt.

Welche Risiken mit dem Freiflug noch so verbunden sind, macht folgende Begebenheit deutlich. Bei einem Besuch bei den Grauen ist Rico unvorsichtig und landet im Maul einer Deutschen Dogge, die zu diesem Grundstück gehört. Nur Dank dem schnellen Kommando der Besitzerin und der Gehorsamkeit des Hundes ist das Schlimmste verhindert worden. Rico hopste, um einige Schwanzfedern erleichtert, auf den Boden, schüttelte sein Gefieder durch und flog davon. Aus lauter Dankbarkeit plünderten sie dann dafür ihren Pflaumenbaum bis auf die letzte Frucht.

    Erster Besuch auf der Terrasse......            ......was ist denn bei euch los?

  Rico sitzt auf der Eingangstür und sieht zu....    ...was Kiri drinnen mit den Grauen so treibt!
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