Seit dem 10. September kommen sie nicht mehr nach Hause
und treiben sich in einem kleinen Umkreis von ca 400 Metern im Dorf
herum. Wenn sie mich sehen bzw. ich sie rufe, kommen sie dann auch zu
mir herunter und tun so als ob nichts gewesen ist.
Ich bin auch schon mit Kiri ins Auto eingestiegen und
mit ihr nach Hause gefahren, aber sobald ich mit ihr ins Haus gehen
will fliegt sie wieder fort.
Hatte auch schon den Verdacht, dass sie brüten
könnten (weil sie ab August Balzverhalten zeigten), aber dazu sind
sie zu lange zu zweit unterwegs.
Der Hunger trieb sie jedenfalls nicht nach Hause, denn
der Tisch ist für sie zu der Jahreszeit reich gedeckt. Bin stark am
Überlegen sie einfach einzufangen und mit Stubenarrest zu
belegen, aber das kommt mir wie ein Vertrauensbruch ihnen gegenüber
vor. Man weiß ja nicht, ob sie mir das übel nehmen und dann
Trotzreaktionen zeigen.
12.Oktober: habe gestern die
Schlafplätze von Kiri & Rico ausfindig machen können. Zu meiner
Überraschung musste ich feststellen, dass sie in 100m entfernten
Bäumen getrennt schlafen. War schon so weit, sie zwangsweise mit nach
Hause zu nehmen, doch Rico ist nicht zu mir gekommen. Heute sind beide
zu mir gekommen, aber ich habe mich wieder nicht überwinden können
sie bei dem schönen Wetter einzusperren.
17.Oktober: Sie treiben sich
weiterhin in dem kleinen Umkreis von 400 Metern rum. Am frühen Morgen
sind sie immer leicht durch ihr Gekreische auszumachen. Da fliegen
sie auch zu zweit, doch im Laufe des Tages (da sind sie überwiegend
ruhig) kann ich immer nur einen beobachten. Obwohl es absurd
erscheint, ist meine einzige Erklärung nur, dass sie gebrütet haben. Warum sonst sind sie, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten, immer in
dem kleinen Umkreis anzutreffen und kommen nicht am Abend nach
Hause.
25.Oktober: In der Nacht vom
18. zum 19.war der erste Nachtfrost bis -3Grad C. An den folgenden
3Tagen waren Beide weder zu hören, noch zu sehen. Ich befürchtete
schon das Schlimmste, weil sie auch von mehreren Anwohnern nicht
gesehen wurden. Große Erleichterung, als ich sie am 22.am Morgen
endlich wieder hörte und dann gesehen habe. Kiri ist kurz zu mir
herunter gekommen, aber ich wollte noch auf Rico warten, um ihn als
ersten einzufangen. Doch leider hat es mal wieder nicht
geklappt. Leider war in den letzten Tagen das Wetter regnerisch, sodass ich mein Vorhaben immer wieder abbrechen mußte.
Bin jetzt so weit auch Kiri als erste einzufangen und
dann zu hoffen, dass Rico allein zu mir kommt. Ich muß jedenfalls auch
wegen der Vogelgrippe unbedingt zu einer schnellen Lösung
kommen.
7.November: Heute sind Kiri und
Rico endlich von allein nach Hause gekommen!!!!!
Eine Nachbarin hatte bei mir geklingelt, um mir Bescheid
zu sagen, da erblickte ich auf dem Weg zur Tür Kiri in der
Fensterbank. Kiri ist sofort auf meine Hand gekommen und im gleichen
Augenblick kam Rico auf meinen Kopf geflogen. Meine Freude war riesig
und bin sofort mit Beiden ins Haus gegangen. Dort wurden sie erst mal
mit Nüssen verwöhnt und ausgiebig mit ihnen geschmust.
Allerdings gibt es wegen der Vogelgrippe nun vorläufig
keine Ausflüge mehr und ich hoffe, sie nehmen es mir nicht zu sehr
übel.
13.November: Kiri und Rico haben sich sehr schnell
wieder an ihr altes Heim gewöhnt und ihre Forderungen nach Freiflug
halten sich in Grenzen. Liebe alte Gewohnheiten sind nicht
vergessen. So sitzt Kiri wieder, wenn ich früh aufwache bereits bei
mir auf der Schulter und wartet darauf, daß das gemeinsame Frühstück
losgeht. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann hat sie noch
nicht der Hunger, sondern sicherlich die Kälte wieder in den Schoß
der Familie zurück getrieben.
Heh
was ist denn mit dem Alten los?
Hat der vergessen uns
raus zu lassen?
Na
da draußen ist alles normal,aber er hat was von Vogelgrippe
gefaselt!
30.November: Nichts ist verlernt, Kiri hat wieder
ihren alten Schlafplatz auf der Dusche eingenommen. Morgen's wird
wieder die Rutschpartie vollzogen, wenn Herrchen ins Bad kommt!
Hab mich inzwischen belehren lassen, daß die
Geflügelpest-Schutzverordnung für meine Vögel nicht zutreffend
ist. Darüber hinaus wollte ich das zur Zeit milde Wetter ausnutzen, um Kiri
& Rico wieder an den Freiflug und die veränderten
Witterungsbedingungen zu gewöhnen. Ein längerer ständiger Aufenthalt
in der warmen Wohnung hätte dazu geführt, sie den gesamten Winter
über drinnen zu behalten.
Also ging es heute Morgen raus ins Freie und mit
lautem Geschrei zogen sie davon. Zu meiner großen Überraschung
klopfte es bereits nach 4 Stunden am Fenster und Kiri wollte wieder
rein kommen. Rico trällerte im Baum und kam auch gleich herunter
geflogen.
Der Ausflug hat ihnen ganz sicher körperlich gut
getan, denn entgegen der Angewohnheit in der letzten Zeit noch bis
nach 22 Uhr Unfug zu treiben, haben sie sich heute mit Einbruch der
Dunkelheit zum Schlafen zurückgezogen.
Gestern so..........
Heute so........
da staunt auch der Hund!
9.Dezember: Gestern gab es einen Tag Stubenarrest, weil sie am Vortag
nicht nach Hause gekommen sind! Es hat allerdings
höchstwahrscheinlich am Wetter gelegen, denn es war den ganzen Tag
trüb und wenn keine Sonne scheint haben sie wohl Schwierigkeiten mit
dem Zeitgefühl. Jedenfalls hat Kiri gleich früh um 8 Uhr, als es hell
wurde, am Fenster geklopft. Da kann man den Süßen nun wirklich nicht
böse sein und es gab selbstverständlich wieder Küsschen und
Belohnung!
Versuchen sie
es mal mit einem Papagei auf jedem Arm....und dann ohne zu
verwackeln
die Beiden auf's Bild zu bekommen.
Na
dann probieren
wir es heute
mal
bei der
Ankunft!
Na ja.... Wieder
nicht's,leider ist nur der Flügel darauf. Oder sollte
ich....doch eine HP mit einer Schildkröte machen???????
18.Dezember: vor 5 Tagen sind
sie wieder über Nacht nicht nach Hause gekommen. Es war, entgegen dem
Wetterbericht, den ganzen Tag über trübes Wetter und
da haben sie offensichtlich
Schwierigkeiten mit der Zeiteinschätzung. Am nächsten Morgen waren
sie pünktlich zum Frühstück wieder da. Durch das stürmische Wetter
der letzten Tage hatte sich der Freiflug von selbst erledigt. Heute
sollten sie ebenfalls den Tag drinnen verbringen, aber da haben sie
mich dann doch überrumpelt.
Ich hatte mich gerade für
den Spaziergang mit dem Hund angezogen, da kam Kiri im Sturzflug auf
mich geflogen und hing wie eine Klette an mir. Rico begab sich auf
seinen Platz, von dem ich ihn immer mitnehme, wenn ich sie heraus
lasse. Beide stimmten dabei ein lautes Geschrei an, das
unmißverständlich ihre Forderung zum Ausflug deutlich machte. Nun
ja, Mensch ist schwach und Vogel weiß was er will! Bei frischem Wind
um den Gefrierpunkt sind sie dann laut schreiend abgezogen. Da sie erst
nach 4 Stunden zurück gekommen sind, muß es ihnen ja doch gefallen
haben.
22.Dezember: es ist fast unglaublich aber wahr! Habe jetzt
erfahren, was Kiri & Rico in der Zeit, als sie sich herumgetrieben
haben,so angestellt haben.
Es ist für mich
unbegreiflich, aber die Beiden haben in 2 Graupapageien ihre
Artgenossen erkannt und ihre Nähe gesucht. Nach anfänglichen
Besuchen, als die Graupapageien in ihrem Käfig auf der Terrasse
standen, sind sie sogar so dreist geworden und sind bis ins Haus
hinein geflogen. Die Grauen sind bei den ersten Besuchen noch in
Panik ausgebrochen, haben sich aber dann an die Grünen langsam
gewöhnt.
Welche Risiken mit dem
Freiflug noch so verbunden sind, macht folgende Begebenheit
deutlich. Bei einem Besuch bei den Grauen ist Rico unvorsichtig und
landet im Maul einer Deutschen Dogge, die zu diesem Grundstück
gehört. Nur Dank dem schnellen Kommando der Besitzerin und der
Gehorsamkeit des Hundes ist das Schlimmste verhindert worden. Rico
hopste, um einige Schwanzfedern erleichtert, auf den Boden, schüttelte
sein Gefieder durch und flog davon. Aus lauter Dankbarkeit plünderten
sie dann dafür ihren Pflaumenbaum bis auf die letzte
Frucht.