Dezember 2006

1.Dezember: Nun ist es mir endlich gelungen die beiden Grünen mal mit den Krähen zu filmen. In den sieben, über 20 Meter hohen Bäumen an der Spree, waren über 20 Krähen verteilt und mitten drin hörte ich Kiri und Rico trällern. Zuerst war ich besorgt, daß sie sich mit der immensen Überzahl an Krähen anlegen. Scheinbar können sie ihre Situation ganz gut einschätzen und stellen ihr Verhalten entsprechend ein.

Nach einer viertel Stunde war das Revier von Krähen frei und sie sind auch weg geflogen.

13. Dezember: Vor 3 Tagen kamen Kiri und Rico zu den Bäumen am Fluß und ich konnte sie noch filmen, doch dann sind sie kurz nach 16 Uhr noch einmal fort geflogen und kamen nicht zurück. In der Nacht wurde es um die 0 Grad kalt und sie kamen dann am Vormittag nach Hause. Am nächsten Tag hatten sie anscheinend keine Lust zum Ausflug und ich habe sie drinnen behalten. Heute war das Wetter auch nicht besonders, aber sie wollten raus. Also habe ich sie um 9 Uhr fliegen lassen. Zu meiner Überraschung klopfte Kiri bereits um 13 Uhr am Fenster und beide sind sofort zu mir herein gekommen.

16. Dezember: Rico geht seit anfang August bis jetzt überhaupt nicht und Kiri nur selten an den Futternapf. Sie begnügen sich mit den par Leckereien die sie von mir erhalten( sie bekommen lediglich 1/2 Walnuss, ein Stück Obst und etwas Kuchen zur Begrüßung) und versorgen sich ansonsten in der Natur selber.

Ich habe mal ein par Sequenzen aus den letzten 4 Wochen zusammen gestellt, die sie bei der "Eigenversorgung" zeigen.

17. Dezember: Heute sind sie bereits um 13 Uhr zurück gekommen und Kiri hat wieder am Fenster geklopft, damit ich sie herein hole. Zum Glück hatte ich die Kamera griffbereit und konnte es mal aufnehmen.

21. Dezember: Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet und mich darauf vorbereitet an dieser Stelle darüber zu berichten, daß ich Kiri für immer verloren habe. Seelisch und moralisch am Boden und mit Frust an die bevorstehenden Feiertage denkend, habe ich bereits Tränen vergossen.

Was war geschehen? Am Montag Nachmittag waren Kiri und Rico schon zeitig zurück gekommen und Kiri war auch bei mir auf der Schulter gelandet. Doch plötzlich sind sie wieder weg geflogen und kurz vor Einbruch der Dunkelheit kam Rico allein nach Hause.

Am nächsten Morgen war ich seit der Morgendämmerung draußen und habe vergeblich auf Kiri gewartet. Nach dem Frühstück habe ich dann Rico heraus gelassen. Der hat eine 1/2 Stunde lang in den Bäumen in der Nähe laut nach ihr gerufen, aber es kam keine Antwort. Als er dann weg geflogen war, habe ich im Dorf erfolglos nach beiden Ausschau gehalten. Erst am Abend ist Rico wieder aufgetaucht und er machte einen sehr verstörten Eindruck.

Gestern war bei uns den ganzen Tag über naß-kaltes Wetter und da habe ich Rico nicht heraus gelassen. Von Kiri war weit und breit nichts zu hören und zu sehen. Meine Hoffnung, Kiri je lebend wieder zu sehen, sank gegen Null.

Heute zur Mittagszeit glaubte ich etwas von ihr gehört zu haben und ich erblickte sie in der Birke vorm Haus. Bereits von unten konnte ich erkennen, daß mit ihr etwas nicht in Ordnung war. Nach längerem Rufen kam sie dann endlich auf das Dach, in meiner Reichweite, geflogen. Ihr rechter Flügel hing herunter und man sah ihr die Strapazen an, die sie durch gemacht hat.

Meine Freude kann ich euch gar nicht beschreiben. Zur Begrüßung gab es erst ein mal Leckereien bis zum Abwinken. Eine Konsultation mit meiner Tierärztin bestätigte mir , daß es sich glücklicher Weise nicht um einen Bruch oder eine Auskugelung handeln kann. Ein par Tage Ruhe und viel Liebe werden sicher zu ihrer Genesung beitragen.

22. Dezember: Erst Heute ist es mir so richtig bewußt geworden, welche Strapazen Kiri durch gemacht haben muß, um sich in 3 Tagen den Weg nach Hause durch zu kämpfen. Heute ist sie bereits auf einem Flug von meiner Schulter zum Fenster ( 1 Meter) abgestürzt und auf dem Sofa gelandet. Ich hab mal Bilder von ihrem lädierten Flügel gemacht.

Zwischendurch hält sie ihn aber auch wieder in normaler Position. Äußerlich sind keine Verletzungen zu sehen. Höchstwahrscheinlich ist sie in der Dämmerung gegen einen Ast geflogen.

Jedenfalls hat sie mir, mit ihrer Heimkehr, das schönste Weihnacht's Geschenk bereitet, daß ich mir vorstellen kann!

29. Dezember: Kiri hat sich erholt und fliegt wieder in der Wohnung herum. Nach den Feiertagen werde ich sie, sobald das Wetter es zuläßt, wieder frei fliegen lassen.

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